Archive für Mai, 1982

1982-05-11_1.Blog_Oslo_Elchbulle

11. Mai 1982 16:46

1982-05-11_elch-schild-skandinavien1
Reise zum Länderspiel Norwegen – Deutschland 2-4

in Oslo unter Zeitdruck
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Der 11.5.1982, ja , das war bestimmt nicht unser Tag!!

Das ging bei Reiseantritt schon los: Nachdem unser alter Mercedes Diesel bereits in Lübeck Teile seines Auspuffs auf der Autobahn verlor, mußten mein Kollege Hans-Jürgen und ich wohl oder übel knatternd nach Hamburg zurückfahren, eine Schnell-Reparatur war am Freitag nachmittag eh’ nicht mehr möglich. Der Opel Ascona vom Freund, den wir telefonisch erst garnicht erreichen konnten, mußte – mit großer Überredungskunst – ausgeliehen werden.So wurden eiligst die schweren Fotokoffer umgeladen und auf ging’s!! Aber Pustekuchen, beim Versuch in den 1.Gang zu schalten, hielt ich den Kupplungsknüppel samt Gestänge in der Hand.Das war’s dann schon,um in die Gänge zu kommen…
Letzter Ausweg war dann das Umsteigen in einen VW-Käfer meines Vaters, um die Reise erneut beginnen zu können. Das klappte nun endlich, aber leider war die Fahrzeugheizung defekt, was noch zu Problemen führen sollte:Da kann man nur sagen: Mensch ärgere Dich nicht!!
Wir nahmen also vorsorglich Decken und Kissen mit.

Die Fähre Puttgarden – Rödby schafften wir gerade noch rechtzeitig.Je weiter wir jedoch nach Norden kamen, desto kälter wurde es.
Bitterkalt, das sahen wir am Rauhreif!Also Bodenfrost.Eingehüllt in unseren Decken und
trotzdem frierend, dann – ca.knapp 100 km vor Oslo – im Morgengrauen der Riesenschreck: Es war für uns die Begegnung der besonderen Art, das hatten wir noch nicht erlebt, keine 10 Meter vor uns auf der Autobahn rennt ein Riesenvieh von links nach rechts fast in unser kleines Auto. Elefanten leben hier oben im Norden doch gar nicht, oder? Ist etwa einer aus einem Norweger Zoo oder Zirkus ausgebrochen und auf der Flucht??
Bevor wir gecheckt hatten, daß dies ein mächtiger Elchbulle gewesen sein mußte, war dieser im angrenzenden Wald auch schon wieder verschwunden.Hier waren wir nachher sicher, unser Wagen hätte bei einer Kollision mehr Schaden genommen als d i e s e r Elch…

Die neuen Scania – LKW, mit 14 Liter Hubraum umfassendendem V8-Motor und 420 PS, was damals die Spitzenmotorisierung im normalen europäischen Fernverkehr darstellte, aber auch andere “Last – Monster” flößten uns im Gegenverkehr auf den relativ schmalen Landstraßen in den Bergen regelrecht Angst ein: Haarscharf an uns vorbei mit beträchtlichem Fahrtwind erzeugten sie bei uns immer wieder Muffensausen.

Da geriet dann auch das am Nachmittag angepfiffene
Freundschaftsspiel Norwegen – Deutschland 2- 4 fast schon zur Nebensache.

Kollegen, die unsere Fehlstarts in Hamburg miterlebt hatten, waren nach langem Spähen beruhigt, als sie uns bei der TV-Übertragung aus Oslo wiedererkannten.

Wir jedoch waren heilfroh, als die
Rückreise problemlos
verlief und wir wieder
wohlbehalten in Hamburg landeten, es war das Ende eines rd. 1.800 km langen Horrortrips.